Manchmal stellt eine einzige mutige Entscheidung die Weichen für die Zukunft. Für die Kohl-Gruppe war der 23. September 1985 ein solcher Moment: Der komplette Betrieb wurde aus dem Bramscher Ortsteil Hesepe nach Achmer auf eine neunmal so große Fläche verlegt. Ein riesiger Schritt für das 1953 gegründete Familienunternehmen im Schrott- und Metallhandel – und zugleich ein großes Wagnis.
Hans-Georg Kohl, damaliger Inhaber und Vater des heutigen Inhabers Stefan Kohl, setzte damit alles auf eine Karte. Vom 5.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände in Hesepe ging es nach Achmer auf 45.000 Quadratmeter – eine Fläche, auf der sich der Schrott fast verlor. Innerhalb der Familie war der Umzug umstritten, manche hielten diesen Schritt sogar für den Anfang vom Ende. Tatsächlich war es jedoch der Beginn einer Erfolgsgeschichte.
Grund für den Umzug war nicht nur die Vergrößerung der Betriebsfläche, sondern insbesondere auch die unmittelbare Lage des Standorts am Mittellandkanal. Mit der eigenen Hafenanlage konnte der Schrott nun direkt an Stahlwerke und Gießereien verschifft und damit große Mengen in kurzer Zeit umgeschlagen werden. Wie bereits bei der Unternehmensgründung vor über 70 Jahren ist der Schrotthandel nach wie vor das Kerngeschäft, wobei heute etwa 90 % des Materialausgangs auf dem Wasserweg erfolgt – umweltschonend und effizient.
Das vergrößerte Betriebsgelände eröffnete zudem die Möglichkeit, das Recycling-Spektrum zu erweitern: Neben Schrott und Altmetallen werden seitdem unterschiedlichste Recyclingmaterialien wie etwa Papier, Altholz, Folien oder Bauschutt gesammelt, sortiert und in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt. Recycling in großem Stil – lange bevor Nachhaltigkeit zum Schlagwort wurde.
Inzwischen hat sich die Betriebsfläche in Achmer mit rund 107.000 Quadratmetern mehr als verdoppelt. Die heutige Stärke der mittlerweile 125 Mitarbeiter zählenden Kohl-Gruppe geht auch auf jenen Septembertag vor 40 Jahren zurück, als Hans-Georg Kohl die Weichen auf Erfolg stellte – mit unternehmerischem Mut und Weitsicht.